Der Award 2017

Der Laureat erhält die Bronzeplastik „Papers“ der beiden russischen Künstlerinnen Maria und Natalia Petschatnikov. Ferner führt er eine Reisegruppe an, die Ende Oktober ins Reich der Mitte aufbricht, um die dortigen Krankenhausstrukturen unter die Lupe zu nehmen. Und schließlich wird der Preisträger Herausgeber eines Buchs zum Thema „Digitalisierung ist Chefsache – wie die digitale Transformation im Krankenhaus gelingt“ .

 

Maria and Natalia Petschatnikov

Die Zwillinge Maria und Natalia Petschatnikov, geboren 1973 in Sankt Petersburg, leben und arbeiten heute in Berlin. Mit ihrer Kunst wandeln sie stets entlang der Grenze zwischen Malerei und Installation. Bevorzugt widmen sie sich scheinbar bedeutungslosen Phänomenen des Alltags. Mit Phantasie und Witz decken sie das Besondere im Gewöhnlichen auf.

Ausstellungen u.a. in Hamburg, Miami, London, Köln, Berlin, Dublin, Tel Aviv, Amsterdam, New York.

http://www.petschatnikov.de

Maria und Natalia Pletschatnikov sind geniale Illusionistinnen. In der Tradition des Realismus des 19. Jahrhundert malen und zeichnen sie Dinge und Situationen aus unserer alltäglichen Lebenswelt und bilden aus den verschiedensten Materialien dreidimensionale Objekte.

Ihr Blick ist dabei vielfältig: Sie schauen auf ihr urbanes Umfeld, greifen soziale Themen auf, lassen ihren Blick auf Reisen schweifen – tatsächlichen wie fiktionalen. Sie schauen auf die Kunstgeschichte, verbinden Gegenwart und Vergangenheit, innere und äußere Welt, Fiktion und Wirklichkeit.

Das Künstlerduo stellt häufig ganz alltägliche Gegenstände dar, die wie Artefakte in neue Zusammenhänge gebettet werden. Dies geschieht teils werkimmanent, teils erst durch die installative Anordnung, in der die Gegenstände mit anderen verknüpft werden. Diese Beziehungsstiftungen öffnen dem Betrachter neue Erkenntnisse und bilden in sich ein Gesamtkunstwerk.

Zitiert aus: Ausstellungsflyer „Gruppendynamik“, Stern-Wywiol Galerie, Hamburg

Und so erklären die Künstler das Werk:

Kunstwerk zum Vordenker Award 2017
Maria und Natalia Petschatnikov

Eine neue Idee ist vielleicht das Wertvollste, was es gibt. Um sie festzuhalten, braucht man aber nicht viel. Häufig genügt ein Blatt Papier und ein Bleistift … Die Installation „Papier“ nimmt Bezug auf dieses Thema.

Durch einen langen und technisch komplizierten Prozess werden drei Papierblätter und ein Bleistift in Bronze gegossen. Die Blätter sind unterschiedlich gefaltet, von sehr zerknittert zum Wegwerfen (die Idee ist noch nicht reif), zu einem zerknitterten und danach wieder geöffneten Blatt (der Gedanke ist noch sehr unfertig, der wertvolle Kern ist jedoch schon vorhanden) und zum Schluss ein zum Kreuz gefaltetes Blatt (es ist die Zeit, die neue Idee mit jemandem zu teilen).

Die Blätter wurden zuerst in Wachs modelliert. Danach wurden die flüchtigen und scheinbar wertlosen Papierblätter durch das Gussverfahren, „verlorene Form“, zu stabilen und wertvollen Bronzeobjekten. Durch die anschließende Hand-Patinierung der Bronze fangen die zufälligen Papierfalten plötzlich an zu glänzen. Die Arbeit ist ein Unikat und existiert nur in einem Exemplar.

Mit unserer Arbeit möchten wir betonen, dass neue Ideen und innovative Gedanken häufig aus Fehlern, aus zufälligen Situationen und manchmal einfach aus „Nichts“ entstehen. Wir hoffen, dass unsere Aussage durch die visuellen Eigenschaften der Arbeit klar zum Ausdruck kommt.

Es ist für uns eine große Freude und Ehre, einen Preis für den Vordenker Award 2017 entwickeln zu dürfen. Wir würden uns sehr freuen, wenn die Bronzeblätter Platz auf dem Schreibtisch des Preisträgers finden. Die Installation ist spielerisch und bietet unterschiedliche Platzierungsmöglichkeiten. Wir wünschen dem Gewinner viel Spaß damit!