Der Preisträger

Dr. Markus Horneber

Strategischer Weitblick, unkonventionelles Denken, Veränderungswille, diplomatisches Geschick - der Vordenker Award ehrt unterschiedlichste Tugenden des modernen Medizin-Managers.

Ausgezeichnet wird eine Persönlichkeit, die mit innovativen Ideen und Projekten ein Vorbild für die Verbesserung von Qualität und Produktivität der Versorgung ist. Der Preisträger vereint persönliches Engagement, vorausdenkende Kraft und soziale Verantwortung.

 

Ämter und Mitgliedschaften

  • Vorstandsmitglied des Verbands Diakonischer Dienstgeber in Deutschland (VdDD), Berlin
  • Vorstandsmitglied des Deutschen Evangelischen Krankenhaus-verbands (DEKV), Berlin
  • Vorsitzender des Hochschulrats der Wilhelm-Löhe-Hochschule, Fürth
  • Mitglied im Beirat des Diakoniewissenschaftlichen Instituts der Universität Heidelberg, Heidelberg
  • Mitglied im Zentralbeirat der Bank für Sozialwirtschaft AG, Köln
  • Mitglied des Aufsichtsrats der Evangelischen Bank eG, Kassel
  • Mitglied im Beirat der Ecclesia Versicherungsgruppe, Detmold
  • Mitglied im Beirat Gesundheitswirtschaft Rhein-Main e. V., Frankfurt

Promotion

1990 bis 1995

  • Studium der Betriebswirtschaftslehre, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Diplomprüfung für Kaufleute (Dipl.-Kfm. Univ.)
  • Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Industriebe-triebslehre der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

1994

  • Promotion zum Doktor der Wirtschafts- und Sozialwissenschaf-ten (Dr. rer. pol.) an der Universität Erlangen-Nürnberg

Beruf

1995 bis 06/1997

  • Controller im Geschäftsgebiet Communication ICs und Leiter Kaufmännische Abteilung Geschäftszweig Standard Derivate des Geschäftsbereichs Halbleiter der Siemens AG, München (jetzt: Infineon bzw. Quimonda)
  • Lehrbeauftragter an der FH München

07/1997 bis 03/2011

  • Leitender Verwaltungsdirektor des Evang.-Luth. Diakonie-werks Neuendettelsau K.d.ö.R., Geschäftsführer mehrerer GmbHs und Vorstandsmitglied mehrerer in- und ausländischer Stiftungen

04/2011 bis 03/2012

  • Kaufmännischer Geschäftsführer der Klinikum Chemnitz gGmbH
  • Aufsichtsratsvorsitzender von 10 Tochtergesellschaften der Klinikum Chemnitz gGmbH; Aufsichtsratsmitglied von 3 Tochtergesellschaften der Klinikum Chemnitz gGmbH

seit 04/2012

  • Vorstandsvorsitzender AGAPLESION gAG, Frankfurt
  • Geschäftsführer mehrerer Gesellschaften

Begründung der Jury

Dr. Markus Horneber ist ein herausragender Vernetzer – und das im Digitalen wie im Analogen. Den Widrigkeiten der finanziellen und rechtlichen Rahmenbedingungen begegnet er mit der Überzeugung eines Gesundheitsmanagers, der das Schicksal des von ihm geführten Unternehmens entschlossen selbst in die Hand nimmt. In idealtypischer Weise verknüpft der Laureat Innovationsgeist mit betriebswirtschaftlicher Vernunft und ethischer Verantwortung. Damit leistet Dr. Horneber einen preiswürdigen Beitrag zur Verbesserung einer modernen, bezahlbaren und menschlichen Patientenversorgung.

Die Kriterien im Einzelnen

Innovationsgeist: Nach wenigen Monaten auf dem Posten des Vorstandsvorsitzenden der Agaplesion gAG ruft Dr. Horneber 2013 das Jahr der Innovationen für Deutschlands größten konfessionellen Krankenhauskonzern aus. Daraus ist inzwischen eine facettenreiche Digitalstrategie erwachsen, die alle Hierarchieebenen des Unternehmens und 20 Krankenhäuser an 25 Standorten durchdringt. Sie zielt darauf ab, die digitale Klinik in allen Bereichen intern und extern zu vernetzen – sei es über die mobile Patientenakte, die Einbindung externer Patientenakten in die Therapie oder die Verwertung des gesamten Datenbestands für Diagnostik, Behandlung und Leistungserbringung. Treibende Kraft des smarten Krankenhauses ist Dr. Horneber selbst. Seine Überzeugung lautet: „Digitalisierung ist Chefsache.“ Dabei sieht er sich selbst bisweilen als Querdenker, der seinerseits Inspiration bei digitalen Vordenkern wie Bill Gates (Microsoft), Jeff Bezos (Amazon) und Brian Chesky (AirBnB) sucht.

Betriebswirtschaftliche Vernunft: In fünf Jahren unter Dr. Hornebers Leitung legt Agaplesion eine erstaunliche Wachstumsgeschichte hin. Der Umsatz hat sich von rund 600 Millionen Euro im Jahr 2012 auf 1,2 Milliarden Euro im zurückliegenden Jahr verdoppelt. Während die Kritik an der Ökonomisierung der Medizin lauter erschallt und Unternehmerdenken in der Gesundheitswirtschaft immer leiser verfochten wird, schwimmt Dr. Horneber gegen den Strom: „Wer keinen Gewinn machen will, handelt unethisch“, lautet eine seiner Maximen. Gewinne dienen Dr. Horneber der Steigerung der Qualität, der Quersubventionierung unwirtschaftlicher, aber unverzichtbarer Angebote und aktuell auch der Finanzierung der Digitalisierung. Als Wertschöpfer vernetzt Dr. Horneber die Versorgung in vielerlei Hinsicht: berufsgruppenüberschreitend und interdisziplinär innerhalb des Konzerns, in regionalen Clustern mit Pflege, Rehabilitation und ambulanten Leistungserbringern sowie – last but not least – mit modernem Wissensmanagement für die Mitarbeiter aller Einrichtungen.

Soziale und ethische Verantwortung: Ethische Verantwortung dokumentiert sich auch im Auslassen finanziell attraktiver Chancen, wenn die ethischste aller Fragen nicht eindeutig mit ja beantwortet werden kann: Darf ich das? Unter Dr. Horneber beteiligt sich Agaplesion aktiv am öffentlichen Diskurs über Reformen, wie die Neuregelung der Sterbehilfe oder das Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativmedizin. Dr. Horneber selbst appelliert regelmäßig für einen verantwortungsbewussten Umgang mit den neuen Möglichkeiten der Genetik und Biotechnologie. Auch das soziale Engagement von Agaplesion leidet keineswegs unter dem Anspruch, Gewinne zu erzielen – angefangen bei der unbürokratischen Versorgung von Flüchtlingen, über kostenfreie medizinische Angebote für Hilfsbedürftige, aktive Jugendarbeit und Mitarbeit in Fördervereinen bis hin zu Sach- und Geldspenden für lokale und überregionale Projekte. Dass Ethik und Monetik nicht permanent in Widerspruch geraten, erfordert Führung, wie sie Dr. Markus Horneber vorlebt.